Tag 12 Update: Tangier Experience – Talking to Linda

Während unserer Inselerkundungstour haben wir einige interessante Menschen kennengelernt, ob Bewohmer oder selbst Touristen wie wir. Wir wollten mehr über die Art des Denkens der Inselbewohner erfahren und aus erster Hand ihre Ängste und Meinungen erklärt bekommen.

So haben wir Linda kennengelernt, eine Frau Ende 60, die vor zwölf Jahren mit ihrem Mann auf einem Segelboot nach Tangier gekommen ist und entschied, dort zu bleiben. Linda ist stark konservativ und eine große Fürsprecherin Trumps, wie nahezu alle auf der kleinen Insel.

Trotz der Tatsache, dass Tangier, ihre Heimat im Laufe der letzten Jahre stark an Landmasse abgenommen hat, durch den Anstieg des Meeresspiegels, leugnet sie die Existenz des Klimawandels. Sie nennt den Klimawandel „eine Lüge, mit der Geld gemacht werden soll“. Laut ihr ist der Anstieg des Meeresspiegels mit einer Wärmeperiode zu erklären, die wie immer schon auf eine Kälteperiode folgt, so war es laut ihr schon immer in der Geschichte unserer Erde.

Doch nicht nur Aussagen wie diese überraschen uns. So erklärte sie im Verlauf des Gesprächs, dass Trump nicht genug Zeit hat, sich um Tangier zu kümmern und dass sie ihm dies auch nicht übel nimmt, denn er habe sich schließlich darum zu kümmern, dass der Irak nicht „crazy“ wird, genauso wie die Franzosen. Was uns schockierte, war ihre Aussage, dass Trump sich um die Muslime in London sorgen muss. Linda offenbarte uns, dass Muslime im Grunde böse sind, da sie nicht dem Wort Gottes folgen und brutale Sitten haben. Als Ibrahim ihr sagte, dass er Muslim ist, antwortete sie mit „I‘m sorry for you“.

Auch Immigranten stellen für sie ein großes Problem dar, da sie verantwortlich für ihren Geldverlust sind (in Form von Steuern).

Zwar hat sie im Verlauf des Gesprächs an ihren Werten festgehalten, doch hoffen wir, dass diese Unterhaltung doch einen Einfluss auf sie hatte und ihr ein wenig die Augen öffnen konnte.

Leander

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National Museum of African American History and Culture

Nach einem selbst gemachten Frühstück am Morgen, fuhren wir mit Bus und Bahn zum Weißen Haus in die Nähe der National Mall im Zentrum Washingtons.

White House

Plötzlich wurde die Straße abgesperrt und zwei große schwarze Limousinen fuhren mit großer Polizeieskorte zum Weißen Haus vor (wer weiß wer dort drin saß…).

Wir bewegten uns am Washington Memorial vorbei zum National Museum of African American History and Culture, welches wie viele andere Museen in Washington von der Smithsonian Stiftung kostenlos besucht werden kann.African American Museum of History and Culture

Der Bau des Museums erinnert an ein Schiff wie früher die Sklavenschiffe gebaut waren. Unterteilt in drei unterirdische Etagen und weiteren drei oberen, wird uns im „Schiffsrumpf“ die Geschichte der versklavten Afro-Amerikaner näher gebracht. Wir arbeiteten uns von ganz unten, der dunklen Geschichte der Sklaverei, weiter über die RaceRiots bis hin zu den 2000ern und der heutigen Zeit der African American History nach oben.

The Paradoxon of Liberty – der Kampf für Freiheit und die Gründung der Vereinigten Staaten fanden zur Zeit weit verbreiteter Sklaverei statt. Jeder dieser Kästen steht für einen der 609 Sklaven, die für Thomas Jefferson unfrei arbeiten mussten.

Der Großteil unserer Gruppe begab sich nach oben, um sich die Kultur der Afro-Amerikaner anzuschauen.

Hannah Z. und Philine bearbeiten interaktive Fragen zur Black Power Bewegung

Diese beeindruckt und überrascht uns teils zugleich. Mittels Kurzfilmen, Bildern, Zitaten und der Bauart des Museums geht dieses düstere Kapitel der amerikanischen Geschichte den Besuchern sehr nahe.

Ibrahim (17): „Es war eine bewegende Erfahrung, es war sehr spannend und es war sehr informativ. Ich muss hier auf jeden Fall noch einmal hin.“

Leander (17): „Wir hätten hier mehr Zeit verbringen sollen. Trotzdem haben wir interessante Einblicke bekommen und ich würde unbedingt wiederkommen wollen, um den Rest zu sehen.“

Curt Flood (1938–1997), amerikanischer Baseballspieler

Leander und Ibrahim (IAM)