Christchurch-Austausch 2.0, 2018, Tag 1: Kleine Hindernisse sind für uns kein Problem!

Alle WG-Schüler und -Lehrer schliefen, nur zwei Lehrkräfte und elf Schüler des Wilhelm-Gymnasiums Braunschweig waren hellwach und voll motiviert. Wie das? Diese glücklichen dreizehn trafen sich heute Nacht bereits um 2 Uhr um ihre lange Reise über den Atlantik zu starten.

Dabei sah es vorher teilweise gar nicht so gut aus. Der Hurrikan Florence drohte nämlich die Reise zu boykottieren, weil sie auf die Ostküste der USA zurast, nur wenige hundert Kilometer nördlich wollen die tapferen WG-MINTies Ihre Freunde in Christchurch besuchen. Musste alles abgelassen werden? Nein! Zum Glück konnten wir ganz kurzfristig noch am letzten Tag unseren Reiseplan ändern und unser gemietetes Haus umbuchen. So verbringen wir diesmal die ersten fünf Tage im sicheren Washington und fahren erst am Montag nach Virginia.

Auch die Bahn wollte uns schon fast einen Streich spielen. Zunächst hatte unser Zug 30 min Verspätung. Als wir dann entsprechend verspätet zum Gleis gingen, wurde der Zug nicht mehr angezeigt. Sollte er schon abgefahren sein? – Natürlich nicht, dank der Aussagen der anderen Wartenden und modernen Apps (DB Navigator) war klar, dass er genau 31 Minuten verspätet in Braunschweig einfahren würde: Der erste Teil der Reise begann.

Die WG-MINTies in freudiger Erwartung am Braunschweiger Bahnhof

Wir erreichten letztendlich mit nur zehn Minuten Verpätung den Düsseldorfer Flughafen, wo wir zügig einchecken und uns noch mit einem schönen Frühstück vor der Weiterfahrt stärken konnten.

Der Flug über Dublin mit dortigem Einreisecheck durch US-Bundesbehörden verlief ereignislos – wir konnten vor allem auf dem Hinflug die Aussicht genießen und viele konnten etwas vom verlorenen Schlaf nachholen.

„Über den Wolken …“

Der Dubliner Flughafen – Heimat von AerLingus

In Washington mussten wir dann keine Einreiseformalitäten mehr vornehmen und konnten uns gleich unsere Koffer besorgen, innerhalb von fünf Minuten hatte diesmal jeder seinen Koffer!

Willkommen in den Subtropen (draußen haben wir Sonne und 30°C Lufttemperatur)

Auf dem letzten Weg unserer Reise machten wir Bekanntschaft mit den Besonderheiten des Öffentlichen Nahverkehrs in D.C.! So wurden Familien schon mal persönlich vom Busfahrer zu ihrer richtigen Station gebracht und die Schüler wurden in das SmarTrip-Konzept eingeweiht (bargeld- und ticketloses Fahren). Mit Bussen und U-Bahn ging es dann zu unserem Haus. In einem schönen kleinen Park an der K-Street warteten wir 45 min auf den letzten Bus, waren aber mit den Squirrels und untereinander in bester Gesellschaft, So entspannen sich interessante Gespräche und Diskussionen zu allen möglichen Themen (vom Erlebnissen in der Schule bis zur aktuellen Wirtschaftspolitik).

Washingtoner Stadtbild

Ein kleiner Park an der K-Street

Ziemlich genau 24 Stunden nach unserem Treffen am Bahnhof kamen wir dann froh in unserem schönen Haus an, wo wir erst einmal die fünf Stockwerke erkundeten und die Zimmer verteilten. Auf dem Weg zum Einkaufen in einem großen (Bio-)Supermarkt konnten wir noch die schöne und interessante Architektur in unserer Nachbarschaft genießen und erste Eindrücke von Amerika und ihren Menschen sammeln.

Fazit: Die meisten lobten am Ende des Tages die entspannte Fahrt. Dann hieß es bald gute Nacht!

O. Timme

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Tag 11 – Our last day in D. C. 

An unserem letzten vollen Tag in D. C. hatte jeder Gelegenheit, das zu unternehmen, was er wollte. Während einige noch einmal das letzte Bargeld für Mitbringsel aufgebraucht haben, gingen andere zum Arlington Friedhof, in die Library of Congress oder noch einmal in eines der tollen Museen der Smithsonian Institution.

Der Nationalfriedhof Arlington ist der bekannteste der 139 Nationalfriedhöfe der USA und wurde 1864 während des Sessesionskrieges errichtet. Arvid, Kira, Tomke, Valerie und Herr Bielenberg besuchten und durchwanderten die beeindruckende Anlage, die einst auf dem enteigneten Privatbesitz des Konförderierten-Generals Robert E. Lee entstanden ist. Der Rundgang hinterließ bei Schülern und Lehrer einen bleibenden Eindruck, hat er doch deutlich gemacht welch große Hochachtung die amerikanische Gesellschaft ihren Soldaten entgegenbringt.

Blick auf D.C. vom Arlington House (ehemaliger Wohnsitz von General Lee, jetzt Memorial auf dem Cemetery)
Arlington National Cemetery ist nach dem Nationalfriedhof in New York mit 260.000 Gräbern der zweitgrößte der USA.
Tomb of the unknown soldiers – beeindruckende Zeremonie zur Ehrung der gefallenen Soldaten
Museum of American History: Die Erschließung des Westens ist eines der Themen im American History Museum.
Museum of Natural History: Scrat gab es wirklich!
Roarrr!
Ein prächtiger Empfang erwartet die Besucher in der National Gallery.
Auguste Renoir ‚Die Tänzerin‘ ist nur eines von sehr vielen Kunstwerken in der National Gallery.

Gerade erst im letzten Jahr hat das National Museum of African American History and Culture seine Pforten für die Besucher geöffnet. Wie für alle Museen der Smithsonian Institution gilt auch hier, dass der Eintritt kostenlos ist. Das Interesse an diesem Museum zur Geschichte der Afroamerikaner ist zur Zeit aber immens groß, dass man schon ein wenig Glück braucht, um an einen der Entry Passes zu kommen. Die Beharrlichkeit von Arvid und Herrn Bielenberg zahlte sich aus, sie konnten sich die historisch und museumspädagogisch höchst interessante Ausstellung anschauen. Das Thema der Sklaverei ist zur Zeit in den USA höchst aktuell, beeindruckend auch wie konzentriert sich die vielen amerikanischen Besucher mit dem Thema auseinandersetzen.

Links unten Thomas Jefferson, dritter Präsident der Vereinigten Staaten, er hatte über die Jahre über 600 Sklaven.
Die Architektur begeistert – von außen symbolisiert sie ein Schiff, innen stellen drei Etagen unter der Erde den Schiffsbauch dar, die dunkle tragische Geschichte der Afroamerikaner.
Black Power Protest – Olympia 1968 Mexico City

Nach dem Besichtigungsprogramm trafen wir uns bei ‚Five Guys‘, wo auch schon Barack Obama seinen Burger geholt hat.
 

So gestärkt, ging es in den Nationals Ballpark, wo wir uns das Spiel der Washington Nationals gegen die Pittsburgh Pirates angesehen haben. Überrascht wurden wir von dem Oktoberfestmotto im Stadion. Nicht nur waren viele Fans in Trachten unterwegs (teilweise waren es auch nur gefakte Stoff’leder’hosen), auch die Blaskapelle ‚The Edelweiss Band‘ spielte auf. 

Oktoberfeststimmung vor dem Baseballspiel
Patriotismus gehört zu jedem großen Spiel dazu.
Im Promotion Block von K-Street herrscht beste Stimmung!
Ein tolles Stadium und mit 36669 Zuschauern fast ausverkauft.

Am Ende gewannen die Nationals mit 6:1!

DB und O. T. 

Tag 7 – Comparing schools and saying goodbye 

Für die fünf Mädchen, die auf dem Campus wohnen, startete der Tag heute früh um 6:30 Uhr, um den Sonnenaufgang über dem Fluss zu beobachten und eine Runde im Rappahannock River baden zu gehen.

Kann der Tag besser beginnen?

Nach dem Frühstück wurden wir ein weiteres Mal in Klassen aufgeteilt. Dabei haben wir festgestellt, wie sehr sich der amerikanische Unterricht vom deutschen unterscheidet. Durch die kleinen Klassen wird der Unterricht individueller gestaltet und man interagiert mehr miteinander. Außerdem besitzt jeder Schüler einen Laptop z.B. für Recherchearbeit oder das Schreiben von Protokollen.

Integrated Science Grade 11 – mass extinction – Ms. Haley Wilbanks

Kunstunterricht – Wenn Uhrzeiger Schlangen wären 

Physikunterricht – zu einfach für Arvid

Nach der ersten Unterrichtsrunde gab es wie jeden Montag eine Assembly für alle Schüler und Lehrer. Dort haben sich Hannah K und Arvid im Namen von uns allen bei der Christchurch School bedankt und die Influenzmaschine vorgestellt und übergeben, die wir alle der Schule für den Scienceunterricht geschenkt haben.

Saying thanks in front of the full assembly
The american-german cooperation is electrifying. 
They can’t get enough of it! 

Beim Mittagessen haben alle in der Dining Hall für Jan-Lukas ‚Happy birthday‘ gesungen, weil er heute 17 geworden ist. Happy birthday! Eine Schülerin hat sogar für Jan-Lukas einen Kuchen gebacken.

Happy birthday to you!

Danach ging es zu einem Treffen mit ein paar amerikanischen Schülern, mit denen wir uns über die Unterschiede unserer Schulen ausgetauscht haben. Besonders überrascht waren sie über die Anzahl unserer Fächer und der Tatsache, dass wir kaum Sportsteams an unserer Schule haben. Fast alle Schülerinnen und Schüler der Christchurch School betreiben in den sogenannten Co-Curriculars mindestens Sportart. Während der Wettkampfsaison trainieren sie täglich (!) von 16.00 bis 18.00 Uhr und so wundert es nicht, dass sie im Staate Virginia in vielen Sportarten zu den Besten gehören, die Segler gehören sogar zu den Besten der USA.


We observe the same, we want the same!

We’d like to know more! 

An der Christchurch School fällt natürlich auch die religiöse Grundhaltung auf, gehört sie doch als Episcopalschule zur anglikanischen Gemeinschaft. Zu vielerlei Anlässen wird zunächst immer ein Gebet gesprochen. Einer der religiösen Höhepunkte einer jeden Woche ist der Mittwoch wo nach dem Lunch erst einmal bevor es mit dem Unterricht weitergeht ein Gottesdienst in der schuleigenen Chapel mit dem schuleigenen Chaplain Father Scott stattfindet. An diesem Tag gilt ‚dress up‘, d.h. dass alle Schulmitglieder tragen Jackett bzw. mindestens Krawatte oder Bluse und Rock. Unsere Schüler waren darauf gut vorbereitet, zumal die männlichen Mitglieder unserer Gruppe von der Christchurch School noch mit Krawatten beschenkt wurden. Father Scott ist ein jugendlicher Typ mit einer lebendigen Art.


WG-MINTies at church day

Von 4pm bis 6pm haben einige der deutschen Schüler beim Footballtraining zugeguckt und auch selbst ein paar Bälle geworfen.

Football-Training!

Abends fand das große Farewell Dinner statt. Als Location diente ein schöner Yachtclub auf der anderen Seite des Rappahannock Rivers. Passend zur Location wurden wir von Aaron mit seinem schnellen Motorboot im schönsten Sonnenuntergang herübergefahren. Neben den beteiligten Familien waren auch zahlreiche Christchurch Schüler bei dem tollen Barbeque anwesend. Ein wirklich schöner letzter Abend nach einer erlebnisreichen Woche.

Entrance at sundown


Was für ein Abschluss!

American dinner im Segelclub

Yummy!
Differences seem to be minor

Olivier aus Nigeria (2,10m), ein Stockwerk tiefer Elisabeth aus Deutschland
Ein gelungenes Abschiedsfest
We are a big american-german family

Gegen viertel nach acht hat sich die Gesellschaft aufgelöst, die Schüler in den Gastfamilien sind nach Hause gefahren, die CCS Schüler wurden mit dem Bus zurückgefahren und die von uns, die auf dem Campus wohnen, durften mit Aaron auf dem Boot zurück zur Schule fahren. Wir waren ganz alleine auf dem Fluss, Aaron schaltete alle Beleuchtungen aus, die Sterne haben über uns geleuchtet und im Wasser schwammen biolumineszierende Algen. Die beiden Hannahs, Herr Bielenberg und ich (Elisabeth) sind sogar noch einmal spontan vom Boot ins Wasser gesprungen und einige Minuten im angenehm warmen Wasser geschwommen.

Swimming among fluorescent algaes

Insgesamt ein super gelungener Abschluss für unsere schöne Zeit an der Christchurch School.

Elisabeth und DB


Wir sind angekommen! 

Nach 19 Stunden Fahrt sind die WG-MINTies etwas müde, aber glücklich in Washington angekommen. Hier sind es angenehme 26°C.

Nach der Gepäckannahme wurden wir von unseren tollen amerikanischen Kollegen Aaron und Andy in zwei Bussen abgeholt. 

Aaron holt uns mit den Christchurch-Bussen ab
Danach ging es standesgemäß zum Burger-Essen.

WG-MINTies mit Aaron und Andy beim Burger-Essen
Nachdem wir ca. 27 Stunden unterwegs waren, lagen wir gegen 22 Uhr Ortszeit alle in den Betten unserer Gastgeber, um morgen für einen neuen spannenden Tag gerüstet zu sein.

O. T. 

Es geht los

Die WG-MINTies sind jetzt unterwegs. Nach einer verkürzten Nacht trafen wir uns um 2 Uhr am Braunschweiger Bahnhof um unsere spannende Reise in die USA zu beginnen. Alle sind guter Stimmung und freuen sich auf die nächsten beiden Wochen. Zunächst ging es mit dem Nachtzug über Essen zum Düsseldorfer Flughafen. Von dort ging es über Dublin, wo wir die letzten Einreiseformalitäten erledigt hatten, zum IAD, D. C. 

O. T.

Über den Wolken …